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Friday, April 3, 2020

Wie E.T wirklich aussieht: Was sagt die Astrobiologie über Aliens?

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Was die Astrobiologie über Aliens verrät

Ich habe schon öfter über extraterrestrisches Leben geschrieben und wo man es finden könnte. Es gibt jedoch auch einen anderen Blickwinkel um auf Aliens zu schauen, den der Astrobiologie. Gehen wir davon aus, dass es ziemlich sicher ist, dass Außerirdisches Leben existiert. Dann stellt man sich die Frage: Wie sieht es aus? Außerirdisches Leben kann alles bedeuteten. Um der Frage auf die Spur zu kommen, wie Aliens aussehen, kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen. Denkt euch irgendein Wesen aus, das biologisch möglich ist. Aufgrund der hohen Anzahl an erdähnlichen Planeten existiert es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit es irgendwo da draußen.

Das liegt an der unvorstellbaren Größe des Universums, was dazu führen könnte, dass jede mögliche Lebensform irgendwo verwirklicht ist. Es ist also sehr schwer, einzugrenzen wie Aliens aussehen. Es gibt wahrscheinlich auch Wesen, die dem irdischen Leben ähneln. Fische könnten beispielsweise in außerirdischen Ozeanen ähnlich aussehen wie in irdischen. Beide werden Seiten- und Schwanzflossen haben. In Tiefen Ozeanen erzeugen außerirdische Lebewesen vielleicht auch durch Biolumineszenz ihr eigenes Licht. Doch wieso sollten zwei Spezies, die viele Lichtjahre trennen, die vielleicht sogar in einer anderen Galaxien leben, Ähnlichkeiten aufweisen? Weil sie die selbe evolutionäre Aufgabe bewältigen müssen: Schwimmen. Die Gesetze der Physik in einer fernen Galaxie gleichen unseren aufs Haar genau. Wasser ist überall gleich und deswegen sehen auch außerirdische Fische ähnlich wie unsere Fische aus.

Schwer wie Stein, Atem aus Methan

Doch was ist, wenn Außerirdische auf einer absolut nicht erdähnlichen Welt leben, die für uns lebensfeindlich wäre? Dann hätten wir einfach an den falschen Orten gesucht. Einen so ein fremdartigen Ort gibt es in unserem Sonnensystem, den größten Saturnmond Titan. Die Biologie des Menschen basiert auf Kohlenstoff. Damit sind wir auf der Erde gut angepasst. Unsere hauptsächliche Körperflüssigkeit ist Wasser. Blut, Gewebe, Muskeln, all dies wäre ohne Wasser nicht möglich.

Doch auf dem Titan ist es viel zu kalt für flüssiges Wasser. Methan, das auf der Erde kondensiert, weil es zu warm ist, kommt auf dem Titan in flüssiger Form vor – und bildet dort, Flüsse, Seen und Landschaften. Der größte See auf dem Titan, ist sogar größer als das Kaspische Meer, der größte See der Erde.

Ist es möglich, dass Elemente, die auf dem Titan in flüssiger Form vorkommen eine geeignete Lebensgrundlage für Außerirdisches Leben wären? Die Astrobiologie schließt es nicht aus, einige Astronomen, Biologen und Astrobiologen zweifeln daran, aus dem Grund, dass die Erde eigentlich arm an Kohlenstoff und reich an Silizium ist. Falls Leben auf anderen Grundlagen als Kohlenstoff möglich wäre, müsste das Leben auf der Erde doch auf Silizium, anstatt auf Kohlenstoff basieren. Ob Leben auf andere Stoffe, als auf Kohlenstoff basieren kann, werden wir wohl final erst beweisen können, wenn wir auf welches stoßen.

Was uns erwarten würde

Wie könnten Aliens auf einer Welt aussehen, die der Erde ähnelt? Wahrscheinlich würden sie und auf den ersten Blick seltsam und fremd vorkommen, doch bei genauerem Hinsehen würde man Ähnlichkeiten erkennen. Möglicherweise würde sich biologisch überlegenes Leben auch zu Intelligenz entwickelt haben, jedoch nicht wie wir aus Primaten. Man kann es sich schwer vorstellen, wie der Mensch aussehen würde, wenn er sich aus einer anderen Wirbeltiergruppe entwickelt hätte, zum Beispiel aus Vögeln oder aus Amphibien. Genau dies könnte jedoch bei Aliens der Fall sein. Die Astrobiologie kann das Leben auf der Erde nutzen, um die vielen Erscheinungsformen des Leben zu katalogisieren, doch wir wissen nicht ob auf der Erde ein besonderer Zufall geschehen ist, der das Leben hervorgebracht hat, oder ob es einfach entstanden ist, weil es die richtigen Bedingungen fand.

Milliarden Sterne, Billionen Planeten

Wenn dem so ist, gäbe es Millionen Planeten, Monde und sonstiges im All auf denen Leben entstehen könnte. Wir wissen auch nicht, ob sich Leben unter extremen Bedingungen entwickeln kann, da die Astrobiologie eben nur das irdische Leben kennt. Auch kennen wir die Lebensdauer einer intelligenten Spezies nicht. Möglicherweise lebt sie nur einige hundert Jahre. Das hört sich kurz an, doch wir Menschen senden erst seit circa 50 Jahren Botschaften ins All und haben es in dieser kurzen Zeit schon mehrmals geschafft uns an den Rand der Ausrottung zu treiben. Um mit intelligentem Leben zu kommunizieren, wären die Signale viele tausende Jahre unterwegs. Möglicherweise hat sich die andere Spezies oder wir selbst uns bis dahin schon ausgerottet. Außerdem müssten wir Glück haben, dass wenn eine Spezies nur 500 Jahre lebt, wir und diese Zivilisation überhaupt zur selben Zeit leben. Und selbst wenn wir das tun, sind die Entfernungen viel zu groß, als dass wir jemals eine Antwort bekommen könnten. Wahrscheinlicher ist, dass sich eine der Spezies oder sogar beide ausgerottet haben. 1977 fingen Radioteleskope in Ohio Signale auf, die sich vom gewöhnlichen Hintergrundrauschen unterscheiden. Sollten sie von Aliens stammen, haben wir leider wenig Chancen, je von ihnen zu hören, denn das Signal stammt aus einem Sternsystem, das 200 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Unsere Antwort würde 200 Jahre brauchen, das wären schon 400 Jahre. Bis dahin hat man dort wahrscheinlich schon vergessen, dass man ein Signal geschickt hat. Wir sind, wie auch unsere kosmischen Geschwister in Raum und Zeit verloren.

Adern aus Metall: künstliches Leben

Doch was sagt die Astrobiologie dazu, dass Aliens sich von ihren biologischen Fesseln befreit haben und vielleicht nicht wie wir aus Fleisch und Blut sind? Wir wissen selber aus erster Hand wie schwer so etwas ist, doch auch auf der Erde läuft die Verschmelzung von Biologie und Kybernetik auf Hochtouren. Deswegen ist es nicht ausgeschlossen, dass Aliens bereits eine Art „interaktives Bewusstsein“ haben, wie in Matrix, wo Neo sich spezielle Fähigkeiten “herunterladen” kann, statt sie mühsam zu erlernen.

Somit würde das Konnektom, also die Gesamtheit aller Neuronenverbindungen im Gehirn der Aliens, auf einen Computerchip geladen und in einen Roboter eingefügt. Die Aliens wären dann unsterblich. Einer Spezies, die das erreicht hätte, läge das Universum zu Füßen, sie wäre völlig losgelöst von allen Vorstellungen der Astrobiologie. Sie könnten das digitalisierte Konnektom per Laser mit Lichtgeschwindigkeit zu anderen Sternen schießen und mit dem Konnektom den Körper auf dem neuen Planeten klonen. Für uns mag das nicht nur futuristisch, sondern auch ziemlich abartig klingen, doch Außerirdische hätten eine ganz andere Geschichte und damit auch ganz andere Wertvorstellungen. In kleinen Maßstäben zeigt sich dies ja bereits bei verschiedenen Kulturen auf der Erde. Doch egal wie exotisch die Wertvorstellungen von Außerirdischen sein mögen, eines ist recht klar: Keine Außerirdische Spezies, die fähig dazu ist, würde zehntausende Jahre durchs All reisen, um Kornkreise in Maisfelder zu malen oder ahnungslose Erdlinge zu entführen.

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