Wochenendrebell

Weltverbesserung | Wissenschaft | Autismus | Groundhopping Podcast

Thursday, April 9, 2020

Was ist super am Supermond?

Perigäum und Apogäum?

Derzeit reden alle vom Supermond, der am 14.11.2016 am Himmel zu sehen sein soll. Doch was bedeutet das eigentlich? Natürlich ist der Mond an diesem Tag nicht größer als sonst, sein Durchmesser bleibt immer gleich. Doch er umkreist die Erde nicht auf einer perfekten Kreisbahn, denn laut den sogenannten Keplerschen Gesetzen umkreist ein masseärmeres Objekt ein Massereicheres auf einer Ellipse, also einem Art Oval. Das führt natürlich dazu, dass der Mond der Erde mal näher ist, mal ferner.

Dies variiert dann innerhalb eines Monats. Dieser Unterschied ist schon recht merklich. Der erdnächste Punkt wird Perigäum genannt und liegt bei 362.102 Kilometern Entfernung, der erdfernste Punkt ist das Apogäum, das bei 404.694 Kilometern Entfernung liegt. Im Perigäum scheint der Mond am Himmel natürlich deutlich größer und heller als im Apogäum. Der Unterschied ist groß genug, um mit bloßem Auge erkannt zu werden, im Perigäum scheint er Mond um 14% größer und 30% heller als im Apogäum.

Was ist ein Supermond?

Das erklärt jetzt natürlich nicht, wieso wir gerade jetzt vom Supermond sprechen und nicht immer, wenn der Mond im Perigäum steht. Das liegt daran, dass auch die Ellipse nur eine Annäherung an die Wirklichkeit ist. Denn die Ellipse besteht dann, wenn man nur die Gravitation von Erde und Mond einbezieht. Doch da gibt es ja auch die Sonne, die anderen Planeten, Asteroiden und vieles mehr.

Jeder Körper beeinflusst jeden anderen Körper, sodass insgesamt ein kompliziertes Verhältnis besteht. Dies führt dazu, dass auch Perigäum und Apogäum mal größer und mal kleiner sind. Am 13.November 1054 v. Chr hatte der Mond etwa einen Perigäumsabstand von 356.352,93 Kilometern und am 7.Januar 266 wird er einen Apogäumsabstand von 406.719,97 Kilometern haben. Einen besonders geringen Perigäumsabstand nennt man dann Supermond. Und am 14.11.2016 wird der Mond einen Perigäumsabstand unterschreiten, den er seit 68 Jahren nicht mehr hatte, also ein Supermond.

Kaum zu unterscheiden

Man muss jedoch schon genau hinschauen, um den Unterschied zwischen diesem Supermond und einem normalen Mond im Perigäum zu erkennen, sie unterscheiden sich in etwa wie eine 2-Euro-Münze und eine 1-Euro-Münze. Zwar kann man den Unterschied mit bloßem Auge erkennen, doch niemand würde vermutlich auf die Idee kommen, eine 2-Euro-Münze “Supermünze” zu nennen.

Ein astrologischer Begriff

Der Begriff des Supermonds hat sowieso eine dunkle Vergangenheit und eigentlich hat er in der Wissenschaft auch nichts verloren, denn er wurde 1979 von Richard Nolle eingeführt, einem Astrologen. Seine Überlegungen zum Supermond waren esoterischer Unsinn, er behauptete ein Supermond würde Vulkanausbrüche und Erdbeben verursachen. Daher ist der Begriff in der Wissenschaft mehr oder weniger verpönt und wird nicht genutzt. Eigentlich braucht man ihn auch nicht, denn Begriffe wie Erdnähe, Erdferne, Perigäum und Apogäum klingen zwar nicht so spektakulär, sind aber wesentlich präziser.

full-moon-1775765

Wie super ist der Supermond?

Unser Mond hütet noch viele Geheimnisse. Details seiner Entstehung sind bis heute unbekannt, womöglich gab es vor gar nicht allzu langer Zeit Vulkanismus und sogar flüssiges Wasser auf dem Mond. Immer wieder werden zudem seltsame Leuchterscheinungen auf der Mondoberfläche beobachtet, womöglich hat der Mond einen heißen Kern und nahe des Südpols lagern vermutlich große Mengen an Wassereis. Doch der Supermond ist keines dieser Geheimnisse.

Show More

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.