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Friday, April 3, 2020

Wieso die Pendlerpauschale für Autofahrer gestrichen werden muss

Die Pendlerpauschale. Als Wissenschaftler ist man versucht, stets nüchtern und sachlich zu bleiben und die Situation in Ruhe zu analysieren. Als ich vergangene Woche erstmals das “Klimapaket” der Bundesregierung sah, entledigte ich mich dieser Vorschriften. Für einen Einstiegs-CO2-Preis von 10 Euro fehlen mir einfach nur die Worte. Das ist beinahe schon Provokation gegenüber all denen, die hofften, dass die Koalition nun endlich ernst macht mit dem Klimaschutz und entspricht eigentlich einem ausgestreckten Mittelfinger. Der Ökostromausbau soll zwar ausgebaut werden, doch die enormen Schäden, die die CDU in der Solarbranche angerichtet hat, lassen sich damit ebensowenig geradebiegen wie der viel zu langsame Ausbau der Windenergie. Für Aufregung sorgte die Erhöhung der sogenannten Pendlerpauschale – und zwar zu Recht.

Was ist die Pendlerpauschale?

Zunächst müsste man wissen, was die Pendlerpauschale überhaupt ist. Haben sie dieses Wissen, sind sie schon besser informiert als 95% der Menschen, die das Thema in den sozialen Netzen diskutieren. Ziel der Erhöhung der Pendlerpauschale ist es, dass Pendler, die “auf das Auto angewiesen sind, um zur Arbeit zu kommen” nicht so stark von der CO2-Abgabe betroffen sein sollen, wie diejenigen, die aus Spaß mit dem Auto in die Stadt fahren. So kann man einen Teil des Fahrtweges von den Steuern absetzen lassen, also vom versteuerten Einkommen abziehen, wodurch man weniger Steuern zahlt, also spart. Derzeit lassen sich 30 Cent pro Kilometer absetzen, geht es nach dem Klimapaket der Koalition, sollen des 35 Cent werden.

Keine ökologische Lenkungswirkung

Die Pendlerpauschale bekommt man immer, egal ob man mit dem Auto, dem ÖPNV, dem Fahrrad oder sogar zu Fuß zur Arbeit kommt. Damit hat sie keinerlei ökologische Lenkungswirkung – symbolisiert jedoch eine fatale Aussage. Sie drückt aus, dass eine Autofahrt zur Arbeit okay sei, wenn es nicht anders ginge, schließlich ist die steuerliche Belastung bei solchen Fahrten geringer als bei Freizeitfahrten. Hier liegt meiner Meinung nach jedoch der große Fehler. Menschen, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, soll man zur Kasse bitten, und zwar so, dass es wehtut und jene Menschen ins Schwitzen bringt, wenn sie am Ende ihres Monats aufs Konto blicken. Das Klima diskutiert nicht, ob du das Auto brauchst, um zur Arbeit zu kommen. Und das sollte die Politik auch nicht, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit behalten möchte.

Keinerlei Anreize

Die Pendlerpauschale sollte für alle, die mit dem Auto zur Arbeit fahren gestrichen werden. Wäre das der Fall, ergäbe sich nämlich tatsächlich eine Lenkungswirkung, denn dann würde man Geld dadurch sparen, dass man von der CO2-Steuer erlassen wird, wenn man mit klimafreundlich zur Arbeit fährt, mit dem Auto aber die volle steuerliche Belastung tragen. Was ich den Menschen rate, die ich damit “diskreditiere”? Erst einmal gar nichts. Ich sehe mich in gewisser weise als der Vertreter der Natur und die Natur diskutiert nicht, also diskutiere auch ich darüber nicht.

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es auch auf dem Land möglich ist, ohne Auto zur Arbeit zu kommen. Um 8 Uhr aufstehen ist eben Luxus und kein Menschenrecht (was auch nicht gut ist, aber ein Problem nach dem anderen). Und für Luxus darf man auch ruhig zahlen. Und Menschen, die weiterhin meinen, sie bräuchten das Auto, müssen dann eben woanders sparen. So ist das Leben.

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