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Thursday, December 3, 2020

Ökologie und Nachhaltigkeit

Was wir tun können um diesen Planeten zu erhalten.

Länder drohen von der Weltkarte getilgt zu werden, Kontinente werden durch Dürren unbewohnbar, Menschen sterben an Hitze, Naturkatastrophen, Wassermangel und Seuchen, ein Planet rutscht in eine Heißzeit wie wir sie noch nie erlebt haben. Das Ende scheint nah und tatsächlich ist die Auslöschung der Zivilisation die wahrscheinlichste Art, auf die das hier endet. Als ich daher auf einer Fußballveranstaltung sagte, wir lägen in der Nachspielzeit 1:5 hinten, fragten einige, wieso wir uns dann überhaupt noch anstrengen sollten. Seitdem vergleiche ich die Lage lieber mit den Ballspielen der Maya. Dort galten ähnliche Regeln, allerdings wurde dem Verlierer das Herz herausgerissen. Da war allen klar, wieso wir uns anstrengen.

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„Wir blasen unsere Kohleminen in die Luft… Es wäre leicht möglich, dass diese Veränderung den Planeten derart aufheizt, dass es jenseits aller menschlichen Erfahrung läge.“
Svante Arrhenius, 1896

Wann ist das CO2-Budget für das 1,5°C-Ziel aufgebraucht?

Häufig wird so getan, als wüssten wir erst seit kurzem davon, dass wir auf eine Katastrophe zusteuern, indem gesagt wird, der Wandel bräuchte einfach seine Zeit. Dabei hat der schwedische Physiker Svante Arrhenius schon am Ende des 19. Jahrhunderts vorhergesagt, dass die Verbrennung von Kohle die Erde stark aufheizen könnte. Er prognostizierte, die Erde würde sich bei einer Verdopplung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre um 4°C bis 6°C erwärmen, womit er erstaunlich nah an den aktuellen Modellen lag. Anderweitig verschätzte er sich aber gewaltig: Er meinte, bis man überhaupt eine Erwärmung messen könne, werden noch Jahrhunderte vergehen und die prognostizierte Erwärmung um bis zu 6°C sei erst in frühestens 3.000 Jahren erreicht. Bis Satelliten eine erhebliche Erderwärmung bestätigten, sollte es jedoch nicht mal mehr ein Jahrhundert dauern…

Die 16 Kipppunkte der Erde

Unsere Erde ist wie ein Brückenpfeiler, auch sie hat eine Belastungsgrenze. Unterhalb dieser kann das Gewicht beliebig variieren ohne dass sich viel ändert. Doch ist das Maximalgewicht, der Kipppunkt, einmal erreicht, genügt eine Mücke, den Pfeiler zum Einsturz zu bringen. Genauso verhält es sich mit dem Weltklima: Seid der letzten Eiszeit schlummert in den Böden und Ozeanen der Erde 100-mal so viel Methan wie sich derzeit in der Atmosphäre befindet. Zum letzten Mal entwichen vergleichbar viele Gase vor 252 Millionen Jahren in die Atmosphäre: Beginnend mit erhöhtem Vulkanismus im Sibirischen Trapp spitzte sich dieses sogenannte Perm-Trias-Ereignis innerhalb kurzer Zeit zum verheerendsten Massensterben aller Zeiten zu, in dem fast alle Ökosysteme der Erde zusammenbrachen. Noch heute sind die Spuren dieser geologischen Zäsur sichtbar und mahnen uns, alles daran zu setzen, dass die Gase dort bleiben, wo sie sind.

Aktueller Stand der Klimakrise

Globale Erwärmung zu vorindustrieller Zeit

1.1

Grad Celsius

Meeresspiegelanstieg zu 1880

0.25

Meter

CO2-Ausstoß pro Person in Deutschland

8.89

Tonnen pro Jahr

Berühmte Klimaaktivist*innen und Klimaforscher*innen

Alle Beiträge rund um Ökologie und Nachhaltigkeit

Ökologie und Nachhaltigkeit: Die besten Dokumentationen und Filme.

Ökologie und Nachhaltigkeit in der Schule

In Italien ist “Klimawandel und nachhaltige Entwicklung” längst ein Schulfach, in Deutschland leider nicht. In Anbetracht der enormen Bedeutung dieser radikalen Veränderung der Welt für das gesamte Leben jedes einzelnen wäre das wirklich angebracht. Du solltest es desbalb unbedingt zum Thema deiner Projektarbeit beispielsweise im Fach Erdkunde machen, um deinen Mitschüler*innen zu zeigen, wie katastrophal die Lage ist und was sie tun müssen. Daher gibt es hier verschiedene Deckblätter dazu zum kostenlosen Download als PDF.

Nachrichten rund um Ökologie und Nachhaltigkeit

Ökologie-News





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    Alle Smartphones, Tablets und […]





  • am 5. November 2020 um 13:55

    Erstmals gelang dem BUND […]





  • am 2. November 2020 um 14:55

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Nachhaltigkeits-News

Die häufigsten Mythen rund um Ökologie und Nachhaltigkeit

Ist Vulkanismus die Ursache für die Erderwärmung?

Tatsächlich kann auch eine höhere globale vulkanische Aktivität das Klima auf kurzen Skalen erheblich beeinflussen und über die kritische Schwelle für Kipppunkte treiben, so war etwa ein extremer Vulkanismus am sogenannten Sibirischen Trapp für die Erwärmung um 5°C und das damit verbundene Massenaussterben vor 252 Millionen Jahren mitverantwortlich. Allerdings zeigen Studien eindeutig, dass der Vulkanismus auf der Erde seit geraumer Zeit sogar rückläufig ist, also einen vernachlässigbaren, sogar eher kühlenden Effekt hat.

Was ist mit Innovationen wie Kernfusion oder Geoengineering?

Technologischer Fortschritt ist nicht erzwingbar, sich bei einer Überlebensfrage darauf zu verlassen, ist fahrlässig. Das vielversprechendste Konzept für Kernfusion, der Tokamak-Reaktor, geht beispielsweise davon aus, dass elektrische Ströme in Plasma stabil sind, das ist allerdings noch nicht sicher – vielleicht taugt die Fusionsenergie also gar nicht für Kraftwerke. Und selbst wenn, ist mit dem Bau profitabler Fusionskraftwerke frühestens 2050 zu rechnen, bis diese dann zuverlässig Energie einspeisen, werden weitere Jahrzehnte vergehen – dann wird es bereits zu spät für die Bewältigung der Klimakatastrophe sein, wenn wir bis dahin nicht schon längst 100% erneuerbare Energien haben. Ähnlich verhält es sich mit anderen spekulativen Technologien wie Geoengineering, also dem gezielten Eingriff ins Klima.

Genügen die fossilen Brennstoffe noch für Jahrhunderte?

Wir bauen die fossilen Brennstoffe viel schneller ab als sie neu entstehen, daher werden sie irgendwann zur Neige gehen. Wann genau, das kann man nur sehr schwierig sagen, häufig wurde der Termin zu früh angesetzt oder durch neue Fördertechniken verzögert. Wirklich aufgebraucht werden die Reserven von geschätzt fünf Billionen Tonnen wohl erst am Ende des Jahrhunderts sein. Trotz dessen müssen wir allerdings viel früher aus der Nutzung aussteigen, denn würden wir sie komplett verbrennen, zöge dies eine Erderwärmung von bis zu 9°C und einen Meeresspiegelanstieg von bis zu 60 Metern nach sich – das sichere Ende der Zivilisation.

Sind andere Länder größere Klimasünder?

Nein, auf der Liste der Länder nach CO2-Emissionen lag Deutschland 2018 mit Platz 28 sehr weit oben, genauso wie andere Industriestaaten, etwa die USA (Platz 13), Japan (Platz 26) oder Russland (Platz 18). In Entwicklungs- und Schwellenländern steigen die Emissionen zwar, liegen jedoch meist noch immer deutlich unter denen Deutschlands, so belegt die Volksrepublik China etwa Platz 36, Brasilien Platz 95 und Indien Platz 104. Vor allem aber die Länder, die besonders unter der Klimakrise leiden, haben eher geringe Emissionen, Kiribati, das im Meer zu versinken droht, liegt beispielsweise auf Platz 161 und Nigeria, das durch Dürren zum Großteil unbewohnbar werden wird, auf Platz 144.

War es in Vergangenheit auf der Erde schon wärmer?

Nicht während der Existenz der Menschheit. Das letzte Mal war die Erde vor 3,3 Millionen Jahren im Pliozän vergleichbar warm. Damals gab es noch keine Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika, die Entstehung der Alpen kam zum Ende und Säbelzahntiger bevölkerten die Erde. Doch selbst das Niveau des Pliozäns wird schon bald überschritten sein. Setzt sich die Klimakatastrophe ungebremst fort, steuern wir unmittelbar auf eine Welt zu, die so warm ist wie seit der Entstehung höheren Lebens noch nie zuvor.

Gab es schon immer natürliche Klimaschwankungen?

Natürlich verändert sich das irdische Klima auch durch natürliche Phänomene, allerdings auf geologischen Zeitspannen. Bis also wirklich eine signifikante Veränderung spürbar ist, vergehen hunderttausende oder Millionen Jahre. Eine solch gravierende Veränderung des Klimas wie sie sich derzeit ereignet während eines geologischen Wimpernschlags von wenigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten können jedoch normalerweise nur Supervulkane oder riesige Asteroiden- und Kometeneinschläge verursachen – oder eben wir Menschen.

Verursacht das Taumeln der Erdachse die Klimakrise?

Die Ausrichtung der Erdachse kann natürlich einen Einfluss auf das Klima haben, wie wir es ja an den Jahreszeiten sehen. Tatsächlich taumelt die Erdachse wie die Drehachse eines Kreisels wenn er langsamer wird, dieses vor allem durch den Mond verursachte Taumeln nennt man Präzession. Allerdings dauert eine Rotation der Erdachse um die Achse des Erdmittelpunkts, ein sogenanntes Großes Jahr, ungefähr 26.000 Jahre. Das ist natürlich viel zu lange um eine gravierende Klimaänderung während eines menschlichen Lebens zu verursachen.

Ist die Veränderung der Sonneneinstrahlung Ursache für die Erderwärmung?

Die Sonne strahlt tatsächlich nicht immer die gleiche Leistung ab. So polt sich ihr Magnetfeld etwa alle elf Jahre um, was zu einer um bis zu 0,001% erhöhten Aktivität führt. Dieser sogenannte Schwabe-Zyklus entspricht aber natürlich nicht der Erderwärmung, denn dort gibt es keinen 11-Jahres-Zyklus. Parallel zum Schwabe-Zyklus strahlt die Sonne durch den mit der Zeit steigenden Druck in ihrem Kern kontinuierlich etwas stärker, und zwar um zehn Prozent pro Milliarde Jahre. Das klingt drastisch, entspricht jedoch nur 0,000001% in 100 Jahren – auf solchen Zeitspannen kann die Sonne also quasi als konstanter Faktor angesehen werden.

Sind die CO2-Absorptionsbanden in der Atmosphäre gedeckt?

COwirkt als Treibhausgas, indem es elektromagnetische Strahlung absorbiert, also festhält und nicht zurück ins All entweichen lässt. Klimaleugner behaupten nun, dass die Absorptionsbanden, also die Wellenlängenbereiche, die COüberhaupt absorbieren kann, längst gesättigt seien und somit keine weitere Strahlung mehr absorbiert werden kann. Dabei wird aber verschwiegen, dass COzwei relevante Absorptionsbanden hat (4,3 µm und 14,7 µm), von denen eine an ihren Zentralbereichen gesättigt ist (was auch der Grund dafür ist, dass COnicht viel stärker wirkt), nicht aber an ihren Rändern und eine fast gar nicht – es ist also noch bei weitem genug Spielraum für eine Katastrophe.

Gab es auch in jüngerer Vergangenheit Wärme- und Kälteperioden?

Natürlich gab es die, zum Beispiel die Kleine Eiszeit. Allerdings war diese weniger stark ausgeprägt als die aktuelle Erderwärmung und vor allem lokal begrenzt. In einigen Regionen, vor allem auf der Nordhalbkugel, waren die Temperaturen während der kleinen Eiszeit wahrscheinlich tatsächlich ungewöhnlich gering – global gesehen änderte sich jedoch nicht viel. Die jetzige Erderwärmung erfasst hingegen 98% der gesamten Erdoberfläche. Außerdem vermutet man auch einen menschlichen Einfluss auf die Kleine Eiszeit, sie könnte eine Folge des Bevölkerungsrückgangs infolge der europäischen Pestepidemie und der damit einhergehenden Bewaldung gewesen sein.

Hat CO2 positive Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum?

Tatsächlich fördert ein erhöhter CO2-Gehalt die Photosynthese geringfügig. Dieser Effekt wirkt jedoch nicht bei allen Pflanzen, sondern nur bei ganz bestimmten und selbst dann nur, wenn auch ausreichend zusätzliche Nährstoffe im Boden vorhanden sind – also praktisch nie. Ganz im Gegenteil, die wenigen Pflanzen, die davon profitieren, beispielsweise Lianen, verdrängen dann andere Pflanzen, die mehr Kohlenstoff speichern können als sie. Bei den wenigen Nutzpflanzen, bei denen der Effekt wirkt, überwiegen die negativen Folgen der Klimakatastrophe, sodass die Erträge und der Nährwert insgesamt drastisch sinken.

Ist ein wärmeres Klima gut für die Menschen?

Natürlich wird die Erderwärmung auch einige wenige Vorteile haben: Manche Steppen könnten ergrünen, neue Schiffsrouten werden frei, Länder bekommen neue Meereszugänge. Doch die negativen Folgen überwiegen ganz eindeutig: Menschen werden ihre Heimat verlieren, durch Hitze sterben, verhungern oder verdursten, grassierenden Krankheiten oder Naturkatastrophen zum Opfer fallen. Zwischen 2030 und 2050 werden durch all diese Faktoren deutlich über 500.000 Menschen jährlich sterben, 100.000 entfallen auf hitzebedingte Malaria- oder andere Durchfallerkrankungen. Die wirtschaftlichen Schäden könnten die Billionen übersteigen. Wer in Anbetracht dessen von positiven Folgen spricht, verhöhnt die Menschen, die grausam an der Klimakatastrophe zugrunde gehen werden.

Befinden wir uns am Ende einer Eiszeit?

Nicht ganz, die letzte Eiszeit endete schon vor 100.000 Jahren, aktuell befinden wir uns in einer Warmzeit. Sowohl die aktuelle Warmzeit, als auch die letzte Eiszeit sind jedoch Teil des Känozoischen Eiszeitalters. Ein Eiszeitalter ist nicht dasselbe wie eine Eiszeit, sondern immer dann gegeben, wenn mindestens einer der irdischen Pole vergletschert ist. Das Känozoische Eiszeitalter begann lange bevor es Menschen gab mit der Vergletscherung der Antarktis vor 34 Millionen Jahren und dauert bis heute an. Ab einer Erderwärmung von 2°C wird die Erde jedoch eisfrei – dann geht das Känozoische Eiszeitalter zu Ende und wir leben nicht mehr in einer Warmzeit innerhalb eines Eiszeitalters, sondern in einer richtigen Heißzeit.

Hat sich die Erde in den letzten Jahren langsamer erwärmt?

Zwischen 1998 und 2013 haben sich die Landflächen zwar kaum erwärmt, doch seit den Temperaturrekorden 2014 nimmt die Erwärmung wieder Fahrt auf und ist nun schneller denn je. Als Ursachen der “Pause” zwischen 1998 und 2013 galten ein Minimum der Sonnenaktivität in Kombination mit einer besonders hohen Menge ausgestoßener Aerosole, die Sonnenlicht zurück ins All warfen. Mittlerweile wird die Existenz einer Pause allerdings komplett verworfen. Man vermutet, dass die zusätzliche Energie einfach in andere Teile des Erdsystems umgeleitet wurde, so erwärmten sich die Ozeane weiter, Meeresspiegelanstieg und Eisschmelze setzten sich fort – diese Daten blendeten Klimaleugner jedoch aus und stifteten so Verwirrung auf der UN-Klimakonferenz 2015.

Ist der Anteil des CO2 in der Atmosphäre verschwindend gering?

Allerdings. In erster Näherung besteht die Erdatmosphäre eigentlich nur aus Stickstoff mit 78,08% und Sauerstoff mit 20,95%. COmacht gerade einmal 0,04% (Tendenz steigend) aus. Allerdings muss ein Molekül aus mindestens drei Atomen bestehen, um mit Wärmestrahlung wechselwirken zu können, bzw. sie absorbieren zu können. Stickstoff- und Sauerstoffmoleküle bestehen jedoch meist aus zwei Atomen und haben daher so gut wie nichts mit dem Klima zutun. Nur die wirklich großen Moleküle tragen zum Klima bei, zum Beispiel Wasserdampf, Methan oder eben auch CO2, das macht sie so mächtig. Zudem löst auch eine geringe Erhöhung der Menge irreversible Kettenreaktionen aus, das gesamte Erdsystem ist labil und sensibel.

Ist Atomkraft eine klimaschonende Stromquelle?

Grundsätzlich schon. Aber von allen klimaschonenden Stromquellen ist Atomkraft auch die teuerste, die unsicherste und von spaltbarem Material abhängig, das es zu den aktuellen Preisen nicht mehr lange geben wird. Klimaneutral ist Atomkraft auch nicht, Abbau und Anreicherung von Uran und vermutlich auch Endlagerung sind energieintensiv. Und letztlich passen die Atomkraftwerke gar nicht in ein ökologisches Netz, denn für eine flexible Ergänzung zu den wechselhaften erneuerbaren Energien sind die Fixkosten zu hoch und die Einschaltung zu träge. Atomkraftwerke können profitabel nur dauerhaft mit voller Kapazität laufen und verstopfen damit das Netz für erneuerbare Energien, womit sie die Energiewende bremsen und Kohle sogar fördern statt zu ersetzen.

Sinkt der Meeresspiegel durch das Abschmelzen von Eisbergen?

Nein. Zwar ist die Dichte flüssigen Wassers höher als die eines Eisbergs (Anomalie des Wassers), allerdings befindet sich ein Großteil des Eises in der Antarktis oder in Grönland und liegt dort auf Kontinentalkruste. Wenn es schmilzt, kommt es dabei erst ins Meer und lässt den Meeresspiegel ansteigen. Wenn die Eisberge der Arktis schmelzen, kommt zudem der darunterliegende Ozean zum Vorschein, der mehr Licht absorbiert und die Erderwärmung weiter vorantreibt, wodurch dann auch in der Antarktis mehr Eis schmilzt und der Meeresspiegel steigt. Auch die arktische Eisschmelze lässt den Meeresspiegel so indirekt steigen. Außerdem erwärmt sich das Wasser der Ozeane selbst und dehnt sich dabei aus, was eine weitere Ursache für den Meeresspiegelanstieg ist.

Verursacht die Veränderung der Erdbahn die Erderwärmung?

Auch die Erdumlaufbahn um die Sonne ist tatsächlich nicht immer gleich, derzeit ist sie beinahe komplett kreisförmig, ihr sonnennächster Punkt liegt bei 147 Millionen Kilometern Entfernung, ihr sonnenfernster Punkt bei 152 Millionen Kilometern Entfernung. Es gibt jedoch auch Phasen, in denen die Erdbahn stärker von einem Kreis abweicht, die Bahn hat dann eine größere Exzentrizität. Genauso schwankt die Neigung der Erdachse relativ zur Ebene der Erdbahn, derzeit liegt sie bei 23,5°, sie kann jedoch bis auf 24,5° steigen oder auf 22° sinken. Für die aktuelle Erderwärmung kann keines dieser Phänomene verantwortlich sein, denn die Exzentrizität der Erdbahn schwankt in einem 100.000-Jahre-Zyklus, die Neigung der Erdachse in einem 41.000-Jahre-Zyklus – beides viel zu lange Zeiträume.